Veranstaltungskalender

Das Plenum findet von nun an jeden Mittwoch um 19:00 Uhr statt. Ort: Sitzungszimmer der ÖH - Im ÖH- Gebäude im 2. Stock durch die Glastür links

Alle sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen!

 

 

 

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Proteste österreichweit:

Kontakt nach Graz:

Frau Beatrix Karl

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Minoritenplatz 5

1014 Wien

 

 

 

Sehr geehrte Frau Beatrix Karl!

 

Wir gratulieren Ihnen zu Ihrem neuen Posten als Wissenschaftsministerin.

 

Da ihre VorgängerInnen das österreichische Bildungssystem an den Rand des Ruins gebracht haben, möchten wir Ihnen anhand dieser Nachricht einige konkrete Schritte empfehlen, die zu einer schnellstmöglichen Rettung des Universitätswesens beitragen sollen.

 

Schritt 1: Nehmen Sie Kontakt zu den protestierenden Studierenden auf. Sie haben viele gute Ideen  und wissen genau, wo die Missstände liegen. Sie werden sich freuen, dass Sie sich für ihre Anliegen interessieren und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Schritt 2: Geben Sie ein öffentliches Statement ab. Erklären Sie, dass Sie Ihr Möglichstes tun werden, um ein vernünftiges Hochschulwesen zu schaffen.

 

Schritt 3: Berufen Sie einen echten Bildungsdialog ein. Laden Sie VertreterInnen aus allen Gruppen, die mit dem Bildungswesen zu tun haben, ein. Bedenken Sie, genügend Zeit anzuberaumen, schließlich handelt es sich um ein komplexes Thema und es müssen viele unterschiedliche Meinungen diskutiert werden. Selbstverständlich sollte das gesamte Zusammentreffen für die Öffentlichkeit mitverfolgbar und mitgestaltbar sein, denn in einem demokratischen Staat müssen solch wichtige Diskussionen für jeden und jede zugänglich sein.

 

Schritt 4: Demokratisieren Sie die Universitäten. In den letzten Jahren wurden in die Unis mehr und mehr neoliberale Strukturen eingebracht. Dieser Schritt sollte rückgängig gemacht werden. Bauen Sie stattdessen folgendes System auf:

Die Hauptentscheidungsgewalt liegt beim Senat. Dieser ist zu je einem Viertel aus VertreterInnen der Studierenden, der ProfessorInnen, des Mittelbaus und des nicht-wissenschaftlichen Personals zusammengesetzt. Der Universitätsrat wird abgeschafft, da er mit dem vorherigen Schritt obsolet wird.

Dem Rektor bzw. der Rektorin kommt eine hauptsächlich kommunikative Rolle zu.

 

Schritt 5: Nehmen Sie alle Zugangsbeschränkungen zurück und veranlassen Sie, dass keine weiteren eingeführt werden, weder für Bachelor-, Master-, Diplom-  noch Doktorats- oder PhD-Studien. Fordern Sie auch ihre europäischen KollegInnen auf, dasselbe zu tun.

Führen Sie eventuell Transferzahlungen ein. Für alle Studierenden, die ein Staat aus dem Ausland aufnimmt, bekommt er vom Heimatstaat pro StudentIn einen bestimmten Betrag. Somit wäre das möglicherweise auftretende Problem gelöst, dass einige Länder viele Studierende aus dem Ausland aufnehmen, andere aber aufgrund von Zugangsbeschränkungen nicht.

 

Schritt 6: Nehmen Sie das mit dem Bologna-Prozess eingeführte Bachelor-Master-System  zurück oder reformieren Sie es grundlegend. Die jetzigen Bachelor-Studien sind extrem verschult, sie entsprechen in keinster Weise einer kritischen, umfassenden Bildung.

Sollten Sie deswegen Druck von der EU bekommen, gehen sie wie folgt vor:

 

Erklären Sie, dass der Bologna-Prozess eingeführt wurde, um ein einheitliches Bildungssystem in Europa zu schaffen.

Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die dadurch erhofften Besserungen ausgeblieben sind. Stattdessen haben sich erhebliche Probleme entwickelt: Viele Studien sind einfach nicht dafür geeignet, in zwei Teile getrennt zu werden und es ist überhaupt fraglich, ob dies bei irgendeiner Studienrichtung Sinn hat. Deswegen sehen Sie sich gezwungen, das Bachelor-Master-System zurückzunehmen.

 

Schritt 7: Kontaktieren Sie den Finanzminister. Erklären Sie ihm, dass die Prioritäten neu gesetzt werden müssen. Anstatt Geld für kaputte Banken auszugeben, sollte in das Bildungswesen investiert werden. Das wäre eine Investition in die Zukunft. Sie können ihm auch vorschlagen, Finanztransaktionssteuern oder Vermögenssteuern einzuführen. Schließlich besitzen in Österreich zehn Prozent der Bevölkerung zwei Drittel des Gesamtvermögens. Mit diesen einfachen Veränderungen ist die Finanzierung der Universitäten kein Problem mehr.

 

Schritt 8: Wenn Sie die bisherigen Schritte gewissenhaft umgesetzt haben, werden Sie mit folgendem Problem konfrontiert sein: Einflussreiche Leute aus der Wirtschaft werden Ihnen die Tür einrennen, um sich bei Ihnen zu beschweren. Sie werden Aussagen hören wie „Kommunistin!" „Linke Idiotin" o. Ä. Erklären Sie diesen Leuten, dass ein freies, von der Wirtschaft unabhängiges Bildungssystem der Grundbaustein einer jeden Demokratie ist. Nur wenn kritisches Denken gefördert wird, können die BürgerInnen verantwortungsvoll politische Entscheidungen treffen. Außerdem könnten Sie darauf verweisen, dass nur kritisch denkende Menschen zu kreativen, neuen Ideen fähig sind, und gerade Kreativität für eine innovative und damit erfolgreiche Wirtschaft essentiell ist. 

 

 

Wenn Sie diese Schritte umgesetzt haben, ist es endlich soweit, dass es in Österreich ein freies, hochwertiges und unabhängiges Universitätssystem gibt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Protestierenden Studierenden der Brennenden Unis Österreichs

 


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